Die Marktgemeinde Reichertshofen liegt im nordwestlichen Teil des oberbayerischen Landkreises Pfaffenhofen a.d. Ilm. Lange vor der erstmals urkundlichen Erwähnung um das Jahr 1100 war Reichertshofen besiedelt. Rihcozhofa hieß damals der Ort (zu den Höfen Richarts). Die Ritter von Reichertshofen waren bis ins 14. Jahrhundert im Besitz des Ortes, der letzte dieses Geschlechts war Ludwig von Reichertshofen.

1405

 

erwarb Ludwig der Gebartete von Ingolstadt den Besitz Reichertshofen. Nachdem Herzog Heinrich von Landshut über Ludwig gesiegt hatte, ging der Ort in dessen Besitz über.
1449 verleiht Herzog Heinrich von Landshut am 06. Februar das Marktrecht.
1505

 

wurde das gesamte Pflegsamt Reichertshofen in Zusammenhang mit der Gründung des Fürstentums "Junge Pfalz" oder "Pfalz Neuburg" diesem zugeschlagen und
1522

 

Sitz eines Landgerichtes, das schon an die zuvor bestandene Pflegsgerichtsbarkeit anknüpfte. Es umfasste ein großes Gebiet mit 14 Dörfern und zwei Hofmarken. Zu Reichertshofen gehörten damals; im "oberen Gericht": Zuchering, Hagau, Lichtenau und Winden, im "unteren Gericht": Manching, Oberstimm, Niederstimm und Pichl, und schließlich im "mittleren Gericht": Ebenhausen, Baar, Gotteshofen und Starkertshofen, abgesehen vom Markt Reichertshofen selbst.
1777

 

kam für Reichertshofen und dazugehörende Gebiete des Landgerichts Reichertshofen, infolge der Vereinigung der beiden Linien Bayern und Pfalz die Rückkehr zu Bayern, wenn auch Reichertshofen vorläufig noch zum Landgericht Neuburg/Donau im Kreis Schwaben gehörte.
1897

 

kam dann der Markt Reichertshofen und das einstige Landgerichtsgebiet zu Oberbayern, dann zum später entstanden Landkreis Ingolstadt.
1971

 

Bis zum 30. April 1971 war Gemeinde Gotteshofen mit seinen Ortsteilen Wolnhofen und Starkertshofen eine selbständige Gemeinde und gehörte zum Landkreis Pfaffenhofen. Zum 01 Mai 1971 Zusammenschluss mit der Nachbargemeinde, dem Markt Reichertshofen. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Gemeinde Gotteshofen 266 Einwohner, die Gemarkung Gotteshofen umfasste 536 ha Fläche. Die Gemeindezusammenlegung ergab teilweise beachtliche Veränderungen; Die Bevölkerung des Marktes Reichertshofen wuchs damit um 11 %, nämlich von 2386 auf 2652 Einwohner. Die Fläche der Gemeinde (bisher hatte Reichertshofen 719 ha) vergrößerte sich um 536 ha der Gemarkung Gotteshofen auf insgesamt 1255 ha, eine Mehrung um 75 %
1972

 

wurde in Bayern die Gebietsreform durchgeführt, Reichershofen gehört jetzt zum Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm. Es folgte der Zusammenschluss mit folgenden Gemeinden:

Gemeinde Hög mit Ortsteilen Dörfl und Ronnweg
Bis zum 30. Juni 1972 mit seinen Ortsteilen Dörfl und Ronnweg selbständige Gemeinde. Zum 1. Juli 1972 Zusammenschluss mit dem Markt Reichertshofen. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Gemeinde Hög 488 Einwohner. Ihre Gemarkung umfasste 966 ha.

Gemeinde Langenbruck mit Ortsteilen Stöffel und St. Kastl
Bis zum 30, Juni 1972 mit seinen Ortsteilen Stöffel und St. Kastl selbständige Gemeinde. Zum 01. Juli 1972 Zusammenschluss mit Markt Reichertshofen. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Gemeinde Langenbruck 669 Einwohner. Die Gemarkung umfasste 366 ha.

Gemeinde Winden mit seinen Ortsteilen Au am Aign und Agelsberg
Bis zum 30. Juni 1972 mit seinen Ortsteilen Au am Aign und Agelsberg selbständige Gemeinde. Zum 01. Juli 1972 Zusammenschluss mit dem Markt Reichertshofen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde Winden 751 Einwohner. Ihre Gemarkung zählte 539 ha.

Die Großgemeinde Reichertshofen zählte am 01. Juli 1972 4.601 Einwohner, also fast das Doppelte des alten Marktes
1975

 

Reichertshofen und die Gemeinde Pörnbach schlossen sich zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen.

Quellen: Chronik von Reichertshofen, 1963
             Markt Reichertshofen, Ein Heimatbuch, zweite Auflage