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Bericht/Fotos von Sepp Rothe:
Kurzweil war Trumpf beim Starkbierfest der JWU
Reichertshofen (rsb): „On Tour“ in den Ortsteilen ist seit dem letzten Wochenende die JWU mit ihrem diesjährigen Starkbierfest. Erste Station war am Freitag das Schützenheim in Reichertshofen, wo über 200 Besucher ihre helle Freude an den Sketchen der neun Mitwirkenden hatten, die ohne viel Aufwand ein abwechslungsreiches Programm boten. Dabei sagte Michael Franken, der auch heuer wieder für die Programmgestaltung und Gesamtverantwortung zuständig ist und durch das Programm führt, dass die JWU keinesfalls andere Starkbierfeste kopieren, sondern ihren eigenen Stil entwickeln wolle. Wer nun ein politisches Kabarett erwartet hatte, lag abgesehen von einigen Sticheleien des Moderators, ohne dabei jemand zu beleidigen, total daneben. Auch lege man keinen besonderen Wert auf aufwendige Bühnenbilder, ein Tisch und ein paar Stühle und nicht mehr. Das Leben bringen die Darsteller, keine Schauspieler, „alles Menschen aus der Bevölkerung wie du und ich.“ Und der Erfolg gibt ihm dabei Recht.
Volles Haus auch am Samstag im Gasthaus Söltl in Hög, wo Mitorganisator Erwin Strasser den Besuchern einen Angriff auf die Lachmuskeln versprach. Und er hielt Wort.
Den Auftakt machte Pater „Didi“ alias Dieter Lindenmeier als Stellvertreter des suspendierten Bruder Barnabas, der zugleich Gemeindeoberhaupt ist. Nicht etwa wegen sexueller Übergriffe sondern aufgrund der leeren Gemeindekasse wegen der angeblichen Teilnahme an einem Seminar eines gewissen Herrn Schäch zum Thema „ist dein Konto gar zu leer, muss ein Kassenkredit her“. Bürgermeister Michael Franken geriet noch einige Male in die Schusslinie des Fastenpredigers etwa als er anlässlich des 20jährigen Jubiläums in der ungarischen Partnerstadt die Herren- und die Damentoilette verwechselte. Sein Fett bekam auch Pfarrer Karl Mayr ab, der an Weihnachten seinen Schäflein „frohe Ostern“ gewünscht hatte, seine Fehler jedoch Tags darauf korrigierte. Nicht ungeschoren blieb der amtierende Landrat und ehemalige Bürgermeister Anton Westner, der Altlandrat Rudi „Überall“ in punkto Publicity mittlerweile bei weitem übertreffe. Voll die Lacher auf seiner Seite hatte Pater Didi als er ans „Eingemachte“ ging und das Beichtgeheimnis einer ganzen Reihe der anwesenden Gäste brach und unverblümt ihre Schandtaten aufdeckte. Der Beifall der gut 120 Besucher war der verdiente Lohn für den vollwertigen „Barnabas-Ersatz“.
Weiter ging es nach einer kurzen Raucherpause mit einem bunt gemischten Theaterprogramm. Zum Auftakt gab es einen kostenlosen Kurs Altbayrisch für Einsteiger indem es um das bayerische A und O ging und Moderatorin Juliane Tappert versuchte die Unterhaltung von Karli (Frank Falkenburger), Franzi (Markus Uhlmann) und Maria (Johannes Eisinger) über einen „Rotzhodern vom Vodern“ für Nichtbayern zu übersetzen. Keine Anspielung auf die Höger Feuerwehr war ein Dialog über den Kauf einer Feuerspritze zwischen dem Gemeindeschreiber Martin Kirmaier und dem Dumpflmoser Marcus Schweiger. Eine besondere Überraschung hatte sich anschließend ein Ehemann (Frank Falkenburger) für seine Ehefrau (Johannes Eisinger) zum 38. Geburtstag ausgedacht. In dem Sketch „Die Gemeinderatsitzung“ bot Bürgermeister Moser (Andreas Sutner) einen kleinen Einblick darüber, wie es in einem Gemeindeparlament zugeht. Fast wie im richtigen Leben ging es in einem Dialog „vor der Waschstraße“ ehe sich ein Ehepaar nicht über den Kauf eines neuen Esszimmertisches einigen konnte. Völlig falsch lag, wer in dem Sketch die Eheberatung auf schlechte Gedanken kam. Kugeln vor Lachen konnte man sich bei einem weiteren Kurs „Altbayrisch für Einsteiger“ in dem es darum ging, einen „Singl“ unter die Haube zu bringen. Den Abschluss eines rund dreistündigen Programms bildete ein Dialog zwischen einem Bayern und einem Sachsen in einem Bierzelt, bei dem die Zuschauer Evelyn Franken als Bedienung kennen lernten, die zugleich als Souffleuse dafür sorgte, dass keiner stecken blieb, was man sich hätte sparen können.

Mit Ausnahme von Pater „Didi“ alias Dieter Lindenmeier und Souffleurin Evelyn Franken waren bei dem
Sketch „die Gemeinderatsitzung“ alle Mitwirkenden des Abends auf den Bühne vertreten.
Weitere Aufführungen finden am Freitag, 19.03. im Fröhlichsaal in Langenbruck und am Samstag im Vereinsheim Winden statt. Beginn jeweils 19 Uhr.
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